
HausKR
Der kubisch anmutende Baukörper fügt sich entsprechend der gegebenen Orientierungen des Ortes funktional und formal ein. Dabei greift das Gebäude maßgebliche Grenzen auf, welche die Grundform eines Parallelogramms vorgibt. Auf dem fast gänzlich im Erdreich befindlichen Untergeschoss sind die beiden Vollgeschosse, Erd- und Obergeschoss, sowie oben abschließend ein rückversetztes, ausgebautes Dachgeschoss mit Sattel gestaffelt angeordnet. Dabei verdrehen sich die Geschosse leicht zueinander, sodass die verschiedenen Fassaden geschossabhängig ihrer Nutzung entsprechend optimal orientiert werden. Durch diese Dynamik bilden sich Vor- und Rücksprünge, wichtige geschützte Bereiche und Zonierungen die das architektonische Konzept stärken und dem Gebäude trotz der monolithischen Konzeption eine Dynamik und seine Leichtigkeit verleihen. Entsprechend großformatige meist raumhohe Fensteranlagen mit Außen- und Innenecken sichern die wichtigen Beziehungen der Innen- und Außenräume. Der Begriff der „fünften Fassade“ findet seine berechtigte Begründung in der Dacharchitektur. Auf das eigentlich abschließende Flachdach des Wohnhauses setzt sich final ein Staffelgeschoss in Form einer zurückgesetzten leichten Holzrahmenkonstruktion mit Satteldach auf. Dieser homogene, durch patiniertes Zink dunkel und differenziert wirkende Aufbau öffnet sich vollflächig am Westgiebel und erlaubt dadurch eine vollwertige und flexible Nutzung. Neben der gewünschten zusätzlichen Nutzfläche ermöglicht die Konstruktion vielmehr die Aufnahme der architekturintegrierten Photovoltaikanlagen. Diese bilden zusammen mit den dunklen Zinkoberflächen eine homogene Fassadenbekleidung und somit die klare und gewollte Zurückhaltung des Dachaufbaus.
Die Ruhe und Klarheit der Architektur setzt sich im Innern konsequent durch offene, logische Raumabfolgen und ein ehrliches Materialkonzept fort. Die Betonwände der tragenden Konstruktion zeigen sich an ausgewählten Wandflächen als Sichtbeton und stehen im spannenden Kontrast zu den geölten Eichenholzböden. Zusammen mit den durch alle Geschosse durchlaufenden vertikalen Eichenholzlamellen zeigt sich die innere Erschließung als zusammenhängendes Treppenelement und eines der Hauptmerkmale des Gebäudeinneren.
Das Einfamilienwohnhaus weist eine zukunftsfähige gebäudetechnische Ausstattung auf, die das Gebäude nahezu autark nutzen lässt. Die intelligenten, hocheffizienten Kombinationen aus modulierender Wärmepumpe mit Erdwärmekollektoren und Pufferspeichern in Verbindung mit der architekturintegrierten Photovoltaikanlagen mit Stromspeicher und innovativer Gebäudesteuerung machen diese Unabhängigkeit möglich. Die thermische Hülle aus Dämmebenen nach sinnvollen ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten nach energetischen Nachweisen und detaillierten Wärmebrückenanalysen, eine zentrale Anlage zum kontrollierten Frischluftwechsel ohne Wärmeverluste und eine Regenwassernutzungsanlage runden das energetische Konzept schlüssig ab. Neben diesen innovativen, energetischen Lösungen hat hier auch die Auswahl der Baumaterialien einen besonderen Stellenwert. Diese müssen baubiologisch unkritische Werte aufweisen sodass mögliche gesundheitsschädlichen Ausdünstungen ausbleiben. Somit ist ein dauerhaft „gesundes Wohnen“ nachweislich gesichert.
Zitat der Bauherrschaft:
„Unser Haus wurde nach unseren individuellen Wünschen, Vorstellungen und Bedürfnissen geplant und durchgeführt. Themen wie Energie und Nachhaltigkeit haben uns während des ganzen Projektes begleitet. Hier war uns der Aspekt des „gesunden Wohnen“ sehr wichtig. … Unser Haus wurde sehr individuell und persönlich gestaltet. Es passt sich an unsere Lebensumstände und unsere Lebenswirklichkeit an. Es ist unser Traumhaus.“
