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ANF

Der Neubau des Verwaltungsgebäudes für das Luxemburgische Ministerium für Forstwirtschaft und Natur wurde im Juli 2015 fertiggestellt und stellte an die Planer verschiedene anspruchsvolle Herausforderungen. Der Planungsstandort befindet sich in exponierter Lage am westlichen Ortseingang von Diekirch zwischen der Hauptverkehrsachse nach Ettelbrück und der Uferpromenade des Flusses Sauer. Das Gebäude orientiert sich an diesen beiden markanten, bestehenden Achsen und führt die vorhandene Blockrandbebauung konsequent zu Ende. Im Rahmen der DGNB-Zertifizierung waren nicht nur die architektonischen, technischen und konstruktiven Inhalte entscheidend, sondern insbesondere die ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Aspekte wurden gleichermaßen berücksichtigt. So entstand das innovative, zeitgemäße und nachhaltige Bauwerk, welches langfristig die grundlegenden Aspekte von energetischer Unabhängigkeit, Flexibilität, Komfort, Behaglichkeit und gesundem Umfeld bietet. Zwei dreistöckige, komplett in Holzbau ausgeführte Bauvolumen mit den Büroetagen.

In der Mitte ein massiver Betonkern mit den Servicebereichen, Treppenhäusern, Nasszellen und der vertikalen Technikverteilung. Darunter das in Beton ausgeführte Untergeschoss mit Archiven, Lagerräumen und der Technik. Dieses Konzept bietet die Vorteile einer leichten Außenhülle in Holzbauweise mit optimierten thermischen und bauphysikalischen Eigenschaften und einem schweren inneren Kern als Speichermasse, welcher als Garant für geringe Temperaturschwankungen in den Innenräumen steht. Darüber hinaus wurde die Anzahl der Materialien der Hauptstruktur konsequent auf die beiden Grundmaterialien Holz und Beton reduziert, was dem Gebäude eine natürliche Ruhe und Klarheit verleiht. Die individuelle Holzfassade führt die Thematik konsequent weiter und verleiht dem Gebäude seinen einzigartigen Charakter. In technischer Hinsicht ist das Gebäude auf einen äußerst geringen Energiebedarf ausgelegt, welcher wiederum aus regenerativen Quellen gewonnen wird. Gekühlt und geheizt wird das Gebäude mittels einer Wärmepumpe, die ihre Energie aus dem Flusswasser der vorbei fließenden Sauer gewinnt und über den Zementestrich an die Innenräume abgibt. Durch das einfache Konzept einer manuellen Querlüftung mittels einer Vielzahl von schmalen Lüftungsflügeln mit vorgelagerten Strömungsgittern in der Nord- und Südfassade kann die Betriebsdauer der mechanischen und zonengesteuerten Lüftungsanlage deutlich reduziert werden. Die Elektroinstallationen und die Kunstlichtanlagen konnten exakt auf die Bedürfnisse und das Verhalten der Gebäudenutzer angepasst werden.

Großflächige und leistungsstarke Photovoltaik-Anlagen auf dem begrünten Hauptdach des Gebäudes, zudem als in die Architektur integrierte, rahmenlose Module an der Südfassade und am angrenzenden Carport, produzieren mehr Energie als das Gebäude nachweislich verbraucht. Durch diese Wechselwirkung erreicht das Gebäude eines der primären Projektziele, den "Plusenergie-Standard". Der konsequente Einsatz von gesundheitlich unbedenklichen und nachhaltigen Materialien, sowie die akribisch geführte Planung und Projektsteuerung mit dem Erreichen innovativster und anspruchsvollster Projektziele, weckt nach wie vor das öffentliche Interesse und brachte dem Gebäude die DGNB-Zertifizierung höchster Stufe „Platin“ ein.

Projektbeginn
2009
Baubeginn
2012
Fertigstellung
2015
Ort
Diekirch, Luxemburg
Fläche
3.300 m²
Volumen
12.500 m³
Leistungsphasen
1-8
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